Ornamente I-IV

Die Serie befasst sich mit der gedanklichen Tradition der aus England kommenden „arts & crafts" Bewegung und der sich in Deutschland anschließenden Diskussion um die Legitimation des Ornamentalen in der Kunst.

Bis Ende des 19. Jh. wurde letztendlich über die Kluft zwischen Kunst und Kunsthandwerk debattiert, erst das Bauhaus hat es geschafft, beides durch eine gegenseitige Befruchtung von Design und Funktionalität miteinander zu verknüpfen. Die industrielle Fertigung ist nur ein weiterer Schritt in die Zukunft gewesen.

Hier im Bild festgehalten ist das flächenhafte des Ornaments in der Draufsicht, in das dreidimensionale Gegenstände fast unscheinbar eingebettet wurden, wodurch sich ein Perspektivwechsel ergibt. Dieser nimmt Bezug auf das Pro und Contra der Qualität von reinem Kunsthandwerk (Ornament) im Gegensatz zur realistischen Wiedergabe von Gegenständen in der Stilllebenmalerei vergangener Zeiten. Beides erfuhr Kritik. Ersteres, weil nicht zur Kunst zählend, letzteres, weil sie die niederste der künstlerischen Techniken darstellte, neben der Historien- und der Landschaftsmalerei. Somit zeigen die Arbeiten eine Kritik an der Kritik auf, da alle Kunstfertigkeit letztendlich vom Können des Künstler-Handwerks abhängt. Allein diese Aussage ist mit Beginn der modernen Malerei und des "l'art pour l'art" Gedankens bis heute bereits hinreichend relativiert und diskutiert worden.

Die Ornamente selber entstammen meiner restauratorischen Tätigkeit und sind im 19. Jh. angesiedelt. Im Sinne des Ornaments sind sie reines Kunsthandwerk, in der malerischen Umsetzung vor Ort sind sie jedoch auch Schmuck und Prunk an Decken und Wänden für repräsentative Zwecke der großzügig ausgestatten Herrenhäuser und Villen, im Stil des Historismus.

 

Ornamente I-IV
Ornamente I-IV
Ornamente I-IV
Ornamente I-IV